Warum es dir so schwerfällt, Nein zu sagen

Bestimmt findest du dich oft in Situationen wieder, in denen du am liebsten laut „NEIN!“ schreien würdest, aber stattdessen nur ein kleines, unsicheres „Ja“ aus dir herausflutscht.

Dann ist dieser Artikel genau für dich.

Erst mal: Du bist nicht falsch. Mit dir ist alles richtig und du bist auch nicht besonders „schwierig“ deswegen.

Wenn du einfach nicht Nein sagen kannst, Schwierigkeiten hast, Grenzen zu setzen, deine Meinung zu äußern und für dich einzustehen, oder du dich schlecht fühlst, nachdem du Nein gesagt hast, hat das einen wichtigen Grund. Und diesen darfst du hier und heute verstehen, damit du einfühlsamer mit dir selbst umgehen kannst.

Dir wurde als Kind, insbesondere in den ersten sieben Jahren deines Lebens, beigebracht, dass du den Mund halten sollst. Entweder durch direkte Aufforderungen wie „Sei still!“, „So etwas sagt man nicht!“ oder „So redet man nicht!“. Oder durch Konsequenzen wie psychische und körperliche Gewalt. Liebesentzug gehört übrigens auch dazu. Das bedeutet, dass dein System, also dein Körper, deine gespeicherten Emotionen und dein Verstand, das Äußern deiner Meinung mit purer Gefahr gleichsetzt. Selbst wenn heute niemand mehr da ist, der dir schaden will, und die Menschen um dich herum dir mit Liebe begegnen würden, wenn du deine Meinung sagst, denken dein Körper und dein Verstand:

Stopp. Das ist nicht gut für mich.

Die logische Schlussfolgerung ist also, dass du unbewusst gar nicht Nein sagen willst, weil sich die Angst vor Ablehnung, Konflikten oder möglichen Konsequenzen wie eine echte Gefahr anfühlt. Und solltest du doch einmal deinen ganzen Mut zusammennehmen und für dich einstehen, schlägt dein Verstand Alarm. Plötzlich hinterfragst du alles:

War das falsch?

Übertreibe ich?

Was, wenn er oder sie sauer ist?

Was, wenn ich dadurch die Zuneigung dieses Menschen verliere?

Und schon ist es da: das schlechte Gewissen, obwohl du eigentlich nur eine Grenze gesetzt hast.

Wie du alte Muster veränderst

Zunächst einmal darfst diese Erkenntnis akzeptieren und verinnerlichen, damit du aufhörst, dich dafür zu verurteilen. Denn je liebevoller du mit dir selbst umgehst, desto einfacher wird es, eine neue Eigenschaft in dein Leben zu integrieren:

Das Ablegen deiner People-Pleaser-Rolle.

Eine Rolle, in der du es ständig allen recht machen willst und dabei deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen zurückstellst. Was viele dabei missverstehen: Diese Rolle dient als Schutzmechanismus und „pleased“ eigentlich dich selbst und nicht, wie oft angenommen, die anderen. (Dazu mehr in einem anderen Artikel.)

People Pleasing ablegen und lernen, für dich einzustehen

Einen Mechanismus, den du dir antrainiert hast, kannst du dir auch wieder abtrainieren. Indem du immer und immer wieder durch die Angst gehst. Indem du Nein sagst, obwohl es dir schwerfällt. Indem du deine Meinung äußerst, obwohl du Angst vor Ablehnung hast. Indem du Grenzen setzt, obwohl du Panik bekommst und Verlustängste hast. Und indem du trotzdem weitermachst.

So baust du Schritt für Schritt die Identität einer Frau auf, die selbstbewusst für sich einsteht, ihre Bedürfnisse ernst nimmt und ausspricht, was in ihr ist. Ab einem bestimmten Punkt, der von deiner persönlichen Ausgangslage abhängt, wirst du keine Angst mehr haben. Und ein klares „NEIN“ aus deinem Mund wird für dich ganz normal sein.

In meinem Coaching und meinen Workshops begleite ich Frauen Schritt für Schritt genau dorthin. Wir arbeiten gemeinsam daran, alte Verhaltensmuster abzulegen, die Angst vor Ablehnung zu überwinden und selbstbewusst für dich einzustehen. Damit du nicht nur weißt, dass du Nein sagen darfst, sondern es auch tatsächlich tust, ohne dich dafür schlecht zu fühlen.

Bis dahin,

Elina

Weiter
Weiter

Wie du aufhörst, um Aufmerksamkeit zu betteln, und anfängst, dich selbst zu sehen.